Passione Italiana
 Die Leidenschaft für süditalienische Lebensart


Donnerstag, 10. September 2026
Die Gruppe trifft sich um 07:15 Uhr an der Bushaltestelle am Nürnberger Flughafen, wo der Lufthansa-Express-Bus abfährt. Die Abfahrt des Busses (LH 3803) erfolgt um 07:45 Uhr, mit Ankunft in München um 10:00 Uhr.
Der erste Flug startet in München um
11:00 Uhr und landet in Rom um 12:35 Uhr (LH 5184). Nach einer kurzen Pause für einen Snack geht es um 13:20 Uhr weiter, mit Ankunft am Flughafen Lamezia Terme um 14:35 Uhr (LH 5156).
Nachdem wir unser Gepäck abgeholt haben, fahren wir mit unserem privaten Reisebus nach Reggio Calabria, wo wir voraussichtlich bis
17:00 Uhr ankommen werden. Unser Hotel liegt im Zentrum, unweit der Strandpromenade „Lungomare Falcomatà“. Diese gilt als die schönste Promenade Italiens und bietet einen Panoramablick auf Sizilien und den Ätna, den größten Vulkan Europas.
Nach dem Check-in im Hotel hat die Gruppe Zeit zur freien Verfügung für einen Spaziergang oder um sich ein wenig auszuruhen. Am Abend trifft sich die Gruppe um
20:00 Uhr zum Abendessen im Hotelrestaurant.


Freitag, 11. September 2026
Heute Morgen fahren wir nach Vibo Valentia, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, welche die kleinste der kalabrischen Provinzen ist. In der Antike gehörte das damalige Hipponion zu den bedeutendsten Stadtstaaten der Magna Graecia. Heute können die Überreste im bedeutenden Nationalen Archäologischen Museum „Vito Capialbi“ bewundert werden. Dieses befindet sich in der normannisch-staufischen Burg (1070 von Roger dem Normannen erbaut) und hütet die kostbare Laminetta Aurea, den ältesten in Italien gefundenen orphischen Text.
Unser erstes Ziel ist jedoch die Kirche Santa Maria Maggiore e San Leoluca, das wichtigste katholische Gotteshaus von Vibo Valentia, gelegen an der gleichnamigen Piazza San Leoluca. Sie wurde über den Überresten einer älteren Basilika (9. Jahrhundert) errichtet, die durch Erdbeben beschädigt worden war. Die Kirche ist mit zahlreichen Barock-Stuckarbeiten geschmückt und bewahrt bedeutende Kunstwerke auf. Das wertvollste Werk, das wir besichtigen möchten, ist jedoch das berühmte Renaissance-Statuen-Triptychon von Antonello Gagini, das zwischen 1523 und 1524 angefertigt wurde.
Nach dem Besuch der Kirche und des archäologischen Museums ist es Zeit, wieder in den Bus zu steigen, um nach Pizzo zu fahren. Dort probieren wir vor einem Panorama mit Meerblick den König des kalabrischen Speiseeises: das berühmte Tartufo di Pizzo. Es handelt sich um ein Haselnusseis, das in der Handfläche zu einer Halbkugel geformt, mit bitterem Kakaopulver bestreut ist und im Inneren überraschend einen Kern aus geschmolzener Schokolade umschließt.
Nachdem wir unseren Gaumen mit dieser Köstlichkeit verwöhnt haben, besuchen wir das Castello di Murat. Auf einem Felsvorsprung direkt über dem Meer gelegen, ist diese aragonesische Festung traurig bekannt als der Ort, an dem Joachim Murat, König von Neapel und Schwager Napoleons, im Jahr 1815 gefangen gehalten und hingerichtet wurde. In den Mauern der Burg kann man die dramatischen letzten Momente seines Lebens durch die Besichtigung der Zellen und eindrucksvoller historischer Ausstellungen nachempfinden und gleichzeitig einen atemberaubenden Blick auf den Golf von Sant'Eufemia genießen.
Nachdem wir die Burg verlassen haben, erwartet uns eine der außergewöhnlichsten Etappen der gesamten Reise: die Chiesetta di Piedigrotta. Diese Höhlenkirche wurde Ende des 17. Jahrhunderts von schiffbrüchigen Neapolitanern als Dank für ihre Rettung vollständig in den Tuffstein gehauen und ist ein wahres Juwel der Volkskunst. Im Inneren beleuchtet das Licht, das durch die Felsspalten dringt, Dutzende von Statuen, die direkt in den Stein gemeißelt wurden, und schafft eine mystische, fast irreale Atmosphäre, die einen staunen lässt.
Mit den Augen noch voller Eindrücke von der wilden Schönheit dieses Ortes ist es Zeit für die Rückreise Richtung Süden. Nach der Ankunft in Reggio Calabria lassen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen – die perfekte Gelegenheit, um zu entspannen und gemeinsam auf die Schätze anzustoßen, die wir heute zwischen der Geschichte von Vibo und den Genüssen von Pizzo entdeckt haben, bevor wir uns zur wohlverdienten Ruhe ins Hotel zurückziehen.

Samstag, 12 settembre 2026
Heute erwartet uns ein ganz besonderer Ausflug, weit abseits der üblichen Touristenpfade und voller Abenteuer! Um uns in den verwinkelten Wegen des Aspromonte-Gebirges agil bewegen zu können, tauschen wir unseren klassischen Reisebus gegen Minibusse mit jeweils 8 Sitzplätzen. So bilden wir kleine, dynamische Gruppen für ein exklusives Erlebnis.
Bitte haltet ihr eure
Trekkingschuhe bereit: Wir werden von einem offiziellen Guide des Nationalparks Aspromonte begleitet, um vollkommen in die wilde Natur und Geschichte der Region einzutauchen!
Unsere Reise beginnt im Dorf
Amendolea, das direkt am Eingang des Nationalparks liegt. Hier thront das "Castello dei Ruffo", eine imposante Festung auf etwa 400 Metern Höhe. Auch wenn die Jahrhunderte und die Überfälle der Sarazenen die Burg in eine malerische Ruine verwandelt haben, bleibt sie eines der mächtigsten Symbole des griechischen Erbes in der Provinz Reggio Calabria.
Am Fuße des Felsens erkunden wir die Überreste des
antiken mittelalterlichen Dorfes. Es entstand im 13. Jahrhundert und war bis zum tragischen Hochwasser von 1953 bewohnt. Eine echte Zeitreise zwischen Felsen und Himmel!
Nach der Wanderung wird sich sicher der Hunger melden! Wir fahren nach
Bova, dem kulturellen Zentrum des grekanischen Gebiets. Hier ist das hellenistische Erbe noch lebendig: Ihr werdet es im lokalen Dialekt hören und bei Tisch schmecken. Wir essen in einem typischen Restaurant zu Mittag, wo wir – bei gutem Wetter – auf der Terrasse speisen können. Von dort genießen wir ein atemberaubendes Panorama, das von den Gipfeln des Aspromonte bis hin zum schneebedeckten Kegel des Ätna reicht.
Am Nachmittag setzen wir unsere Reise mit einer besonderen Führung fort. Begleitet von einem
lokalen Experten folgen wir einem historisch-archäologischen Pfad durch einen der „Schönsten Orte Italiens“ (Borghi più belli d’Italia). Der Weg führt uns vorbei an eleganten Adelspalästen und durch die charakteristischen Gassen des Zentrums. Wir entdecken die spirituellen Schätze der Wallfahrtskirche San Leo und der Kathedrale, bevor wir unseren Rundgang bei den eindrucksvollen Ruinen der Normannenburg abschließen.
Am Ende des Besuchs verabschieden wir uns von Bova und kehren in unser Hotel zurück, wo uns das Abendessen und die Übernachtung erwarten.

Sonntag, 13 settembre 2026
Heute begeben wir uns auf eine Entdeckungstour zu den Schönheiten von
Reggio Calabria. Nach dem Frühstück machen wir uns zu Fuß auf den Weg ins Stadtzentrum. Bei einem Spaziergang entlang des Corso Garibaldi erreichen wir das Stadttheater „Francesco Cilea“. Im Nordflügel des Gebäudes befindet sich die Pinacoteca Civica, eine kostbare Kunstsammlung, die überwiegend im Besitz der Stadt Reggio Calabria ist.
Unter fachkundiger Führung bewundern wir bedeutende Werke berühmter Meister wie Mattia Preti, Luca Giordano und
Antonello da Messina (mit seinen beidseitig bemalten Holztafeln des Hl. Hieronymus und des Hl. Abraham), sowie Alonso Rodriguez (ein Schüler Caravaggios), Guttuso (der Schöpfer der berühmten „Vucciria“) und viele andere. Besonders beeindruckend ist die futuristische Wendeltreppe aus transparentem Material, die zu den Ausstellungsräumen führt.
Nun folgt der lang ersehnte Höhepunkt: der Besuch des
Archäologischen Nationalmuseums von Magna Grecia (MArRC). Das in den 1930er Jahren von Marcello Piacentini entworfene Gebäude war eines der ersten in Europa, das ausschließlich als Museum konzipiert wurde. Es ist ein Meisterwerk der rationalistischen Architektur, das durch seine strategische Lage zwischen der Piazza De Nava und der Lungomare Falcomatà (Strandpromenade) perfekt mit der Stadt interagiert. Das MArRC ist eines der renommiertesten Museen Italiens und weltweit als die „Heimat“ der Bronzestatuen von Riace bekannt. Doch die Ausstellung bietet noch viel mehr: Sie erzählt die jahrtausendalte Geschichte Kalabriens von der Urgeschichte bis zur Römerzeit.
Nach so viel Kultur gönnen wir uns eine
kulinarische Pause an einem zauberhaften Ort. Wir nehmen den Bus und fahren nach Scilla, wo wir in einem Restaurant direkt am Meer mit einem herrlichen Blick auf Sizilien zu Mittag essen werden. Im Anschluss spazieren wir durch das historische Zentrum. Die Viertel Jeracari und Chianalea gehören zu den ältesten der Stadt. Vor allem Chianalea, das Herz des ursprünglichen Fischerdorfes, wird wegen seiner charakteristischen, an Venedig erinnernden Gassen oft als das „Venedig des Südens“ bezeichnet. Alternativ bietet sich ein Besuch der berühmten Burg Castello Ruffo an, die vor allem für ihre atemberaubende Aussicht geschätzt wird: An klaren Tagen kann man von dort oben die Silhouette der Äolischen Inseln und der sizilianischen Küste erkennen.
Nach unserem Besuch in Scilla kehren wir nach Reggio zurück, um den
Dom Santa Maria Assunta in Cielo zu besichtigen und die modernen Skulpturen von Rabarama und Tresoldi an der Strandpromenade zu bewundern. Den Abschluss des Tages bilden die Rückkehr zum Hotel, das Abendessen und die Übernachtung.

Montag, 14 settembre 2026
Die erste Etappe des Tages ist Pentedattilo, ein geheimnisvolles und faszinierendes Dorf, das seinen Namen der einzigartigen Form des Felsens Monte Calvario verdankt: eine gigantische Hand mit fünf Fingern (vom griechischen pente – πέντε für fünf und dactilo – δάκτυλο für Finger). Genau am Fuße dieses Felsens wurde zunächst die Burg und später der gesamte Ortskern errichtet.
Einst als das eindrucksvollste „Geisterdorf“ Kalabriens bekannt, wurde der Ort vor kurzem durch neue kommerzielle und touristische Aktivitäten wieder zum Leben erweckt. Es ist ein magischer Ort, tief verwurzelt in Geschichte und unglaublichen Legenden. Nach der Besichtigung des Zentrums und einer etwa einstündigen Wanderung um den Felsen steigen wir wieder in den Bus in Richtung
Motta San Giovanni, wo wir eine kurze Pause einlegen.
Am Nachmittag besichtigen wir in Begleitung unseres autorisierten Reiseleiters die Ruinen der
Burg von Santo Niceto (oder S. Aniceto), ein seltenes Beispiel frühmittelalterlicher Architektur. Es handelt sich um die einzige vor-normannische Militäranlage auf kalabrischem Boden, die fast vollständig erhalten geblieben ist. Der Grundriss der Anlage ist unregelmäßig und erinnert an die Form eines Schiffes, wobei das Heck zum Meer und der Bug zum Berg gerichtet ist. Die Burg liegt auf einer Anhöhe mit steilen Hängen und ist zu Fuß über einen Pfad erreichbar, der mitten durch die mediterrane Macchia führt – vorbei an den Farben der Kaktusfeigen und den Düften aromatischer Kräuter. Im Schatten jahrhundertealter Eichen und Olivenbäume können wir ein atemberaubendes Panorama genießen, mit der unverwechselbaren Silhouette des Ätna, der jenseits der Meerenge emporragt.
Zum Abschluss des Tages kehren wir zum Hotel zurück, wo uns das Abendessen und die Übernachtung erwarten.